Ermita de Sant Agustí de Lloret Salvatge – Amer

Sant Agustí de Lloret Salvatge war ein mittelalterlicher Siedlungskern und eine ehemalige Pfarrkirche, die heute nicht mehr für den Gottesdienst genutzt wird. Die Einsiedelei war ursprünglich Sant Julià geweiht. In ihrer Umgebung befinden sich die Gehöfte Can Sitges, Can Puig de Lloret Salvatge, La Gultresa und Can Roure.

Ursprünglich handelte es sich um einen romanischen Bau mit einem einzigen Kirchenschiff und einer halbrunden Apsis, die außen mit den charakteristischen lombardischen Lisenen und Blendarkaden des 11. Jahrhunderts verziert war. Die Erdbeben des Jahres 1427, deren Epizentrum in Lloret Salvatge lag, zerstörten das Kirchenschiff. Die romanische Apsis überstand die Katastrophe dank ihrer kompakten Bauweise. Im 16. Jahrhundert wurden die Mauern und das Gewölbe wieder aufgebaut. In dieser Zeit wurde auch das Eingangsportal an der Nordwand angebracht, was für Kirchenbauten eher ungewöhnlich ist. Später wurde ein Glockengiebel auf dem Dachfirst errichtet. Hinter der Apsis befand sich einst das Gelände des alten Friedhofs.

Bis Anfang des 20. Jahrhunderts wurde hier eine polychrom gefasste Holzskulptur der Mare de Déu aus dem 13. Jahrhundert verehrt, die heute verschwunden ist. Vor einigen Jahren ging auch das alte steinerne Taufbecken verloren, von dem im Inneren nur noch der Sockel erhalten ist. Seit 2018 werden die Kirche sowie ihr archäologisches Umfeld restauriert und wiederhergestellt, ein mittelalterliches Ensemble, das in Katalonien als besonders ungewöhnlich gilt.

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