{"id":19513,"date":"2026-06-10T09:40:12","date_gmt":"2026-06-10T08:40:12","guid":{"rendered":"https:\/\/enselvat.cat\/patrimoni\/la-cova-del-pasteral-la-cellera-de-ter\/"},"modified":"2026-06-10T09:40:12","modified_gmt":"2026-06-10T08:40:12","slug":"la-cova-del-pasteral-la-cellera-de-ter","status":"publish","type":"patrimoni","link":"https:\/\/enselvat.cat\/de\/patrimoni\/la-cova-del-pasteral-la-cellera-de-ter\/","title":{"rendered":"La cova del Pasteral &#8211; La Cellera de Ter"},"content":{"rendered":"<p>Im Jahre 2019 erwarb die Gemeindeverwaltung von La Cellera de Ter einen Gro\u00dfteil des Berges von Canet, ein Waldgel\u00e4nde im Norden des Ortes, das vorwiegend von mediterranen Steineichen bewachsen ist und an den Ter angrenzt. Ziel war dabei, dieses Gel\u00e4nde zug\u00e4nglich zu machen und somit seine nat\u00fcrlichen und kulturellen Werte bekannt zu machen.<\/p>\n<p>Zu den wichtigsten Elementen hier geh\u00f6rt die H\u00f6hle von El Pasteral, die als Kulturgut von lokalem Interesse (BCIL) katalogisiert ist. Die bisher bekannte L\u00e4nge der H\u00f6hle von El Pasteral betr\u00e4gt 350 m, sie gilt als die wichtigste H\u00f6hle in diesem Landkreis und als die bedeutendste im Bergmassiv Les Guilleries.<\/p>\n<p>GEOLOGIE<\/p>\n<p>Die H\u00f6hle von Pasteral ist das Ergebnis eines langen geologischen Prozesses, der vor etwa 450 Millionen Jahren begann, im Ordovizium. In dieser Zeit lagerte das Meer gro\u00dfe Mengen Kalziumkarbonat ab, das sich langsam in Kalkgestein verwandelte. Dieses Gestein wurde durch den Druck und die Temperatur mit der Zeit verformt und zerbrach. Sp\u00e4ter entstanden durch die Wassererosion des Kalkgesteins H\u00f6hlen und abgerundete Formen. Vor etwa 300 Millionen Jahren durchdrangen magmatische Gesteine, die man Granodiorite nennt, die Spalten in diesem Kalkgestein und verwandelten dieses durch den krassen Temperaturunterschied und den Druck zu Marmor. Heutzutage kann man diese beiden Gesteinsarten in der H\u00f6hle deutlich voneinander unterscheiden, das Marmorgestein ist grau gef\u00e4rbt w\u00e4hrend die Granodiorite r\u00f6tlich sind. Ebenso befindet sich hier eine Sedimentschicht unbekannter Herkunft. Die H\u00f6hle hat zahlreiche und weitverzweigte Tunnel, deren Richtung sich durch die Risse im Gebirge von Canet ergibt, an einer Seite verlaufen sie von Norden nach S\u00fcden und an der anderen von Osten nach Westen.<\/p>\n<p>Die H\u00f6hle hat drei k\u00fcnstlich geschaffene Haupteing\u00e4nge am unteren Teil und zwei nat\u00fcrliche Zug\u00e4nge im oberen Teil, mit G\u00e4ngen, die sich auf mindestens f\u00fcnf verschiedenen Ebenen befinden und einen H\u00f6henunterschied von etwa 15 m aufweisen.<\/p>\n<p>Der untere Teil der H\u00f6hle, der einzige derzeit f\u00fcr Besichtigungen zug\u00e4ngliche Bereich, wurde teilweise von Bergbauarbeiten beeintr\u00e4chtigt, die hier zwischen den 1920er und den 1970er Jahren durchgef\u00fchrt wurden und die gro\u00dfe S\u00e4le und G\u00e4nge entstehen lie\u00dfen, w\u00e4hrend der oberen Teil der H\u00f6hle aus labyrinthartigen, schmalen und eindrucksvollen Tunneln besteht, die schwer zug\u00e4nglich sind.<\/p>\n<p>ARCH\u00c4OLOGISCHE FUNDE<\/p>\n<p>Auch aus arch\u00e4ologischer Sicht ist die H\u00f6hle interessant, denn hier hat man \u00dcberreste verschiedener Grabst\u00e4tten gefunden, die von den ersten Bev\u00f6lkerungsgruppen stammen, die hier in der Gegend Ackerbau und Viehzucht betrieben, in der Zeit der Jungsteinzeit und der Kupferzeit (zwischen 4500 v. Chr. und 2500 v. Chr.). Man fand zahlreiche menschliche \u00dcberreste ebenso wie Keramikreste, etliche Ketten, Klingen aus Silex und vieles mehr.<\/p>\n<p>Bestattungen aus dieser Zeit sind im westlichen Mittelmeerraum sehr selten anzutreffen, daher kommt dem Fundort von El Pasteral eine besondere Bedeutung zu, wenn es um die Deutung der Vorgeschichte in Katalonien geht. Au\u00dferdem gibt der gro\u00dfe zeitliche Unterschied zwischen den arch\u00e4ologischen Funden einen Hinweis auf die au\u00dferordentlich lange Nutzung der H\u00f6hle von El Pasteral als Grabst\u00e4tte. Leider haben jedoch die Arbeiten zum Abbau von Marmor im vergangenen Jahrhundert dazu gef\u00fchrt, dass mindestens einer der S\u00e4le zerst\u00f6rt wurde, in denen mehr Funde m\u00f6glich gewesen w\u00e4ren, denn hier hatte man bereits vor 100 Jahren \u00dcberreste gefunden.<\/p>\n<p>TIERWELT<\/p>\n<p>Die unregelm\u00e4\u00dfige Form der H\u00f6hle beg\u00fcnstigt die Bildung von zahlreichen Mikroklimata, die Flederm\u00e4usen und anderen H\u00f6hlentieren beste Bedingungen f\u00fcr die verschiedenen Epochen ihres Lebensrhythmus bieten. Von den derzeit 28 verschiedenen Arten von Flederm\u00e4usen, die in Katalonien anzutreffen sind, leben 14 in der H\u00f6hle von El Pasternal oder ganz in ihrer N\u00e4he. Das macht diesen Bereich zu einem besonders wichtigen Zufluchtsort, der gesch\u00fctzt und erhalten werden muss. Zwei dieser Fledermausarten sind au\u00dferdem im Spanischen Katalog gef\u00e4hrdeter Arten enthalten (K\u00f6nigliches Dekret 139\/2011), drei sind bedrohte Arten (Gro\u00dfe Hufeisennase, Mittelmeer- Hufeisennase, Kleine Hufeisennase) und eine ist vom Aussterben bedroht (Langfu\u00dffledermaus, sie ist am Ufer des Ter zu finden).<\/p>\n<p>Was die Tierwelt unter der Erde angeht, das hei\u00dft also die Tiere, die sich an die Lebensbedingungen in der H\u00f6hle angepasst haben, findet man 22 unterschiedliche Tierarten, eine davon ist eine Schneckenart (Bofilliella subarcuata), die nach dem Spanischen Katalog gef\u00e4hrdeter Arten (K\u00f6nigliches Dekret 139\/2011) vom Aussterben bedroht ist. Es gibt eine gro\u00dfe Anzahl wirbelloser Arten, die unterirdisch leben (hier findet man zum Beispiel Pseudoskorpione, Spinnen, Grillen, Weichtiere usw.). Das gibt einen Hinweis auf die Vielfalt des Lebens in dieser H\u00f6hle und auf die Wichtigkeit ihrer Erhaltung.<\/p>\n<p>PFLANZENWELT<\/p>\n<p>Direkt am Eingang der H\u00f6hle findet man am Wegrand zahlreiche Pflanzen, vor allem Gr\u00e4ser und auch einige Str\u00e4ucher. Die mikroklimatischen Bedingungen des Ortes &#8211; fast den ganzen Tag Schatten und der k\u00fchle, aus der H\u00f6hle kommende Luftstrom &#8211; sorgen f\u00fcr eine gro\u00dfe Artenvielfalt. Hier kann man einerseits verschiedene Farnsorten finden, die in mildem, feuchtem Klima gedeihen und andererseits findet man auch h\u00e4ufig vorkommende Pflanzen wie das Gro\u00dfe L\u00f6wenmaul (Antirrhinum majus), die Palisaden-Wolfsmilch (Euphorbia characias) oder die Mittelmeer-Brombeere (Rubus ulmifolius) um nur einige zu nennen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Jahre 2019 erwarb die Gemeindeverwaltung von La Cellera de Ter einen Gro\u00dfteil des Berges von Canet, ein Waldgel\u00e4nde im Norden des Ortes, das vorwiegend von mediterranen Steineichen bewachsen ist und an den Ter angrenzt. Ziel war dabei, dieses Gel\u00e4nde zug\u00e4nglich zu machen und somit seine nat\u00fcrlichen und kulturellen Werte bekannt zu machen. 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